| Ländlerkapelle Thomas Marthaler - So häts's scho früener tönt Die ersten Schallplatten – gefertigt aus Schellack, mit 78 Umdrehungen pro Minute – bespielte ich 1946 mit meinem Jugendfreund Gerold “Goldi” Merker und mit Josias Jenny in den Jahren 1946 und 1947. Es folgten acht Jahre Jazz und ein berufliches Weiterbildungsjahr in den USA, wo ich viele Jazzgrössen persönlich kennenlernte. Ende 1954, zurück in Zürich, nahm ich wieder aktiv am Jazzleben teil. Auch die Ländlermusik kam nicht zu kurz. Als mich im Februar 1955 Josias Jenny für einen Bündner Anlass im Rest. Krone Unterstrass als Klarinettisten einlud, wars besiegelt: Die Ländlerkapelle “Zoge-n-am Boge” war geboren. Schon bald machten wir die ersten Aufnahmen im Trio; dies war zugleich die erste Long-Play Ländler-Platte (Vinyl, damals nur 25 cm Durchmesser) von Fredy Wettler. 1959 kamen Aufnahmen mit dem Klarinettisten Emil Wydler von Seengen dazu: So entstand vor einem halben Jahrhundert das Ländlerquartett “Zoge-n-am Boge”. Heute ist mein ältester Musikkollege Sepp Huber sen. Ihn lernte ich 1955 an einer Stubete im Rest. Sternen in Galgenen kennen. Ich erinnere mich gut an jenes Erlebnis. Ich fragte zwei Schwyzerörgeler, ob ich ein paar Stücke mitspielen dürfe. Sie tuschelten unter sich “das wird mer wider öppis geh”, was mich nicht sonderlich beeindruckte. “Die Galgener Musikanten (Kaspar Martin Kessler und Sepp Huber und der Klavier spielende Wirt Hermann Schätti) bekamen grosse Augen, als ich dann aufspielte, und eine bis heute andauernde Musikantenfreundschaft nahm ihren Anfang” (aus “Stubete”, 1/2009). Sepp begleitete mich je länger je mehr, nachdem Josias ins Bernbiet umgezogen war und deswegen nicht mehr so oft dabei sein konnte. Im Bündnerland traf ich durch Zufall im Kongresszentrum Davos auf Heinz Ambühl. Mit ihm pflege ich nun schon seit Jahren eine Freundschaft. So kommt es, dass Sepp oder Heinz teils einzeln, teils zusammen die Begleitung auf dieser CD übernehmen. Sechs Tänze werden durch einen zweiten Klarinettisten bereichert, Andreas Ambühl (Sohn von Heinz). Als Bassisten sind Hans-Andrea Toggwiler und Luciano “Lungo” Stampa dabei, mit denen ich seit den Achtzigerjahre spiele. Urs Conrad, ebenfalls Bassist und treuer Wertgefährte seit Jahren bei den verschiedensten Anlässen, wirkt ebenfalls mit. Der jüngste Mitspieler ist Pascal Di Marco; er ist es, der mich in den letzten Jahren immer wieder an Musikanlässe „verschleipft“ hat. Ich schätze das sehr. Davon zeugt meine Komposition „Dää vom Pascal“, die ich ihm widme. Thomas Marthaler
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